Kinderwunsch - aber er sagt nein

15. Apr. 2026 | Kinderwunsch

Ich möchte ein Kind. Mein Herz schreit Ja - mein Kopf auch. 

Aber er blockt ab.

Das ist einer der schwersten Momente. 

Person holding a small heart-shaped leaf near a dog.

Alles ist perfekt

Ich sitze auf der Heizung und schaue aus dem Fenster. Sehe die bunten Blätter an den Baumkronen und beobachte sie bei ihrem tanzenden Fall auf das weiche Gras. Draußen wird es nun wieder schneller dunkel und ich freue mich auf die beginnende Teezeit. Mein Freund werkelt noch draußen im Garten. Gleich wird uns der Ofen eine köstliche Lasagne hergeben, auf die ich mich schon den ganzen Tag gefreut habe. 

Mein Blick fällt auf meinen Freund und mein Herz geht auf. Ich liebe ihn - er ist wunderbar. Und ich bin mir sicher, er würde ein wunderbarer Vater sein. Seit Wochen schlummert dieser Wunsch in mir. Der Wunsch nach einer eigenen Familie. Ich bin mir sicher - und ich bin bereit.

Heute werde ich mit ihm reden.

Das lief leider nicht wie geplant

Mit Tränen in den Augen drehe ich mich im Bett auf die andere Seite. Mir war schon vorher klar, dass ein "lass uns eine Familie gründen" ein heikles Thema sein könnte. Nicht, weil er keine Kinder mag. Oder weil er mich nicht liebt. Sondern weil es eben eine Entscheidung ist, die unser bisheriges Leben komplett auf den Kopf stellt. 

Sicher, wir müssen dann auf mehr Rücksicht nehmen. Können nicht mehr spontan ins Restaurant, wenn uns 20:30 Uhr danach ist. Es bedeutet Einschränkungen ein Kind zu haben. Klar.

Aber schenkt es uns nicht auch eine nie gekannte Form der Liebe? Öffnet es uns nicht auch Wege und Erfahrungen die wir ohne Kinder nie erreichen würden? 

Und leider lässt sich mein Herz nicht mit purer Logik beeinflussen. Lässt sich nicht stumm schalten. Dafür ist es ja auch mein Herz und nicht mein Kopf. Und nun?

Lass uns offen sprechen

Genau so waren meine Gedanken damals. Ich weiß es noch wie heute. Beim ersten Kind  - und auch beim Zweiten. Und laut meinen Freundinnen ging es ihnen mitunter nicht viel besser. Seien wir ehrlich - eine Frau zu sein bedeutet oft, das Herz auf der Zunge zu tragen. Und Wünsche zu spüren - Stimmungen wahrzunehmen - die andere erst viel später erkennen. Und nicht selten sind Frauen oft früher bereit für eine Familie, während die Herren der Schöpfung den Kopf noch auf ganz andere Dinge gerichtet haben. Das ist völlig in Ordnung und darf sein, wie es eben ist.

Was nun also tun?

Wie du weist, ist es bei uns nicht bei dem "Was eine Familie? Auf keinen Fall!" geblieben. Vielleicht beruhigt es dich schon zu hören, dass es manchmal nur ein wenig Zeit, Geduld, Beharrlichkeit und eine Prise Zuversicht braucht, um die Waage zum kippen zu bringen.

Vielleicht wünschst du mir aber auch gerade die Krätze an den Hals. 🙂

Ich finde es unglaublich wichtig hier einmal kurz Innezuhalten.  Denn nur mit Standard Bla Bla wird es dir vermutlich nicht besser gehen.

Dein Wunsch ist wichtig

Dein Wunsch nach einer Familie verdient Raum - Respekt - und Gehör! Ja, ganz ehrlich. Und ich weiß, wie weh es tun kann, dabei keine (echte) Unterstützung von deinem Partner zu bekommen. Manchmal wird das Thema nur halbherzig weg gewunken. Bekommt eben nicht das Gewicht, dass es eigentlich verdient.

Vieleicht stehst du nun sogar zwischen:

  • deinem Wunsch
  • eurer Beziehung
  • und der Angst, etwas zu verlieren

Vielleicht fragst du dich "Soll ich warten?", "Hat das alles noch eine Zukunft?" oder auch "Ich will aber nicht warten - ich brauche das jetzt!"

Ich möchte dir hier gern sagen, du bist nicht allein. Und alle Gedanken - wie sie auch lauten - sind ok. Sogar mehr als das.

Und gleichzeitig darf sich dein Partner auch Zeit nehmen

Ja, das vergessen wir manchmal. Ich bin auch eher von der Sorte "Schwarzmaler" und lasse mich von Ablehnung sehr schwer treffen. In diesem Punkt liegt mein Herz völlig ungeschützt und umso tiefer geht der Schmerz.

Aber lass uns gern gemeinsam einen Schritt zurück treten. Denn oft hilft mir ein gewisser Abstand wieder in klaren Bahnen zu denken.

Würde mein Mann mir heute erzählen, dass wir ein neues Auto brauchen, weil das andere - was übrigens wunderbar funktioniert, mich zuverlässig auf Arbeit und zurück bringt, gut duftet, groß genug für die Urlaubskoffer ist und sich dennoch geschmeidig in jede Parklücke schlängeln lässt - nicht mehr aktuell genug ist. Dann würde ich ihm einen Vogel zeigen - einen mächtigen. Vielleicht würde ich ihn sogar auslachen (ganz bestimmt sogar).

Du merkst den Vergleich. Ein neues Auto bedeutet Kosten, Umgewöhnung, Aufwand. Wo doch eigentlich alles so schön ist. Es braucht Zeit sich an neue Ideen zu gewöhnen. Und letztlich - was soll ich sagen - war dieser Vergleich vielleicht sogar aus meinem Leben und vielleicht - aber nur vielleicht - hab ich mich von meinem Mann zu dem neuen Auto überreden lassen.

Na toll - das hilft mir jetzt auch nicht weiter

Ja, mag sein. 😉

Dafür habe ich was für dich. Denn ich wäre nicht ich, wenn ich keinen Tipp parat hätte.

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Wie du damit umgehen kannst

Versuche nicht, dich selbst kleiner zu machen.

Sprich ehrlich mit deinem Partner. Ohne Druck - ohne Vorwurf.

Ein Beispiel:

„Ich merke, dass dieser Wunsch in mir wächst.
Und ich möchte, dass du das weißt.“

Punkt.

Nicht um ihn zu überzeugen. Sondern um deinen Standpunkt klar zu machen. Mehr muss es gar nicht sein.

Ein gemeinsamer Anker

Wenn ihr sehr unterschiedlich fühlt, kann es helfen, einen Raum zu öffnen:

  • nicht für eine Entscheidung
  • sondern für ein Gespräch

Ihr könnt euch fragen:

  • Was brauchst du noch?
  • Was macht dir vielleicht Angst?
  • Was würde dir Sicherheit geben?

Und vielleicht könnt ihr einen Zeitpunkt setzen:

„Lass uns in ein drei Monaten / nach dem Urlaub / zu Weihnachten nochmal schauen.“

Nicht als Druck.
Sondern als Orientierung.

Mini Ritual für dich

Wenn es sich schwer anfühlt:

  • Hand auf dein Herz
  • atmen

„Mein Wunsch darf da sein.
Und ich darf meinen Weg in Ruhe finden.“

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